Aus- und Fortbildung

GEW begrüßt Reform des Referendariats – Bessere Chancen für Gymnasiallehrkräfte an Gesamtschulen

Regierung setzt ihre Ankündigung um, das Turbo-Abi an Gesamtschulen abzuschaffen und vierzügige IGSen zuzulassen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen begrüßt die Reform der zweiten Ausbil¬dungsphase an den Studienseminaren. Gymnasiallehrkräfte können jetzt ihr Referendariat wieder voll¬ständig an einer Gesamtschule absolvieren. Mit dieser Entscheidung wird ein erster Schritt getan um die Diskriminierung der Gesamtschulen zu überwinden An dieser Schulform arbeiten 40 Prozent Lehrkräfte mit dem Studium zum höheren Lehramt. Mit der steigenden Anzahl der Gesamtschulen entstehen neue zusätzliche Arbeitsplätze für die jungen Gymnasiallehrkräfte. Deren Chancen, einen interessanten Arbeitsplatz zu bekommen, verbessern sich.

Die GEW setzt sich dafür ein, dass die Ausbildung an den Studienseminaren für das höhere Lehramt den neuen erweiterten Aufgaben angepasst wird. Sie bilden nicht nur für die 221 öffentlichen Gymnasien aus, sondern auch für die über 100 Gesamtschulen in Niedersachsen. Die GEW regt deshalb an, dass die LeiterInnen und FachseminarleiterInnen Fortbildungen an den Gesamtschulen absolvieren, um sich mit der Pädagogik heterogener Lerngruppen vertraut zu machen.

Die Pressesprecherin der neuen Ministerin Frauke Heiligenstadt hat angekündigt, dass das Abitur an Gesamtschulen künftig im 13. Schuljahrgang abgelegt wird. Im April-Plenum des Landtages soll das Schulgesetz mit den entsprechenden Verordnungen geändert werden. „Die Abschaffung des Turbo-Abiturs an Gesamtschulen wurde höchste Zeit und darüber freuen sich die SchülerInnen, Eltern und Lehrkräfte!", kommentiert der Landesvorsitzende der GEW Eberhard Brandt. Er äußert zugleich die Erwartung, dass die Landesregierung an den neuen Gesamtschulen den gebundenen Ganztag einführt und die Verschlechterung der Personalausstattung zurücknimmt, die die CDU/FDP-Regierung an den Gesamtschulen vorgenommen hatte.

Die Schulträger sollen mit den für April angekündigten Regelungen bessere Chancen erhalten, auch vier-zügige IGSen einzurichten und so ihr Schulangebot zu verbessern. Die Eltern, die eine Alternative zum gegliederten Schulwesen suchen, sollen einen Rechtsanspruch auf eine IGS bekommen, erklärt Eberhard Brandt. Die GEW unterstützt die Kommunen bei der Schulentwicklungsplanung. Die GEW geht davon aus, dass es eine ruhige aber beständige Weiterentwicklung des Gesamtschulangebots geben wird.