Oberschule

Zur Situation der Oberschulen

Die Gesamtzahl der neuen Oberschulen ist mit Beginn des Schuljahres 2012/13 auf 215 gestiegen, von denen 205 öffentliche Schulen sind. Unter den Oberschulen in freier Trägerschaft befinden sich neun ehemalige Konkordatsschulen. Die große Mehrheit der Oberschulen, nämlich 158, ist durch Umwandlung zusammengefasster Haupt- und Realschulen entstanden. Lediglich 26 Oberschulen führen einen Gymnasialzweig. Diese Zahlen finden sich in der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen („Was ist aus den Versprechungen des Kultusministers geworden?" – Landtagsdrucksache 16/5424).

Aus der Antwort der Landesregierung zur Größe der Oberschulen lässt sich folgern, dass mehr als ein Drittel der 215 Oberschulen in den kommenden Jahren bei weiter rückläufigen Schülerzahlen von der Schließung bedroht ist. Nicht weniger als 76 Schulen erreichen nämlich im aktuellen 5. Schuljahrgang nicht die in der Verordnung für die Schulorganisation vorgeschriebene Mindestzahl von 48 Schülerinnen und Schülern. Auf die Frage, an wie vielen der 26 Oberschulen mit gymnasialem Angebot – wie vorgeschrieben – aktuell mindestens 27 Schülerinnen und Schüler angemeldet wurden, musste die Landesregierung die Antwort schuldig bleiben, weil die Mehrheit dieser Schulen im 5. Schuljahrgang noch keine schulformbezogenen Klassen eingerichtet hat. Eine Anmeldung zum Gymnasialzweig ist den Eltern in diesen Fällen bei der Einschulung also nicht möglich. Beantwortet wurde aber die Frage, wie viele Schülerinnen und Schüler mit einer Grundschulempfehlung für das Gymnasium für den jetzigen 5. Schuljahrgang der Oberschulen mit Gymnasialzweig angemeldet wurden. Die Landesregierung teilte mit, dass die Bandbreite von keiner Anmeldung (Oberschule Bergen) bis 35 Anmeldungen (Oberschule Jesteburg) reiche. An der Hälfte der Oberschulen mit gymnasialem Angebot wurden weniger als zehn Schülerinnen und Schüler mit entsprechender Empfehlung angemeldet.

Zur inneren Struktur der Oberschulen teilt die Landesregierung mit, dass im 5. Schuljahrgang immerhin 158 jahrgangsbezogen ohne jegliche Fachleistungsdifferenzierung, also gleichsam „integriert" arbeiten. In 45 Oberschulen wird der Unterricht zwar auch jahrgangsbezogen, aber mit Fachleistungskursen in Englisch und Mathematik oder in einem der beiden Fächer erteilt. Überwiegend schulzweigbezogen wird in 12 Oberschulen unterrichtet. Bei den im Schuljahr 2011/12 errichteten Oberschulen, die in diesem Schuljahr bereits den 6. Schuljahrgang führen, ist die Anzahl der Schulen mit strikt jahrgangsbezogenem Unterricht deutlich zurückgegangen. Nur noch in 30 Oberschulen werden in allen Fächern alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet. In 89 Oberschulen wird zwar noch überwiegend jahrgangsbezogen gearbeitet; in ihnen findet aber in den Fächern Mathematik und/oder Englisch Fachleistungsdifferenzierung auf zwei oder drei Anforderungsebenen statt. 14 Oberschulen haben ihren 6. Schuljahrgang schulformbezogen organisiert. Dabei dürfte es sich um die Schulen mit gymnasialem Angebot handeln, denen der Erlass zur Arbeit in der Oberschule (mindestens) eine Fachleistungsdifferenzierung in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch vorschreibt.