Unterrichtsbesuche

Zu der Frage, inwieweit die Schulleitung gemäß § 43 Abs. 2 Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG) Unterrichtsbesuche durchführen darf, existieren keine präzisierenden Erlasse. Allerdings gibt es hierzu eine Reihe grundsätzlicher Rechtsprechung, die in Kommentaren zusammengefasst sind.

Die Schulleiterin/der Schulleiter hat die an der Schule tätigen Lehrkräfte im Unterricht zu besuchen und zu beraten. Es besteht eine Verpflichtung, alle Lehrkräfte zu besuchen und zu beraten. Die Durchführung von Unterrichtsbesuchen liegt im pflichtgemäßen Ermessen der Schulleitung. Ein Besuchsplan muss nicht aufgestellt werden, auch muss sich ein Besuch nicht auf eine ganze Unterrichtsstunde erstrecken. Das Beratungsgespräch sollte möglichst zeitnah nach dem Unterrichtsbesuch stattfinden (vgl. Seyderhelm/Nagel/Brockmann, Niedersächsisches Schulgesetz Kommentar, Stand: März 2009, § 43, Rz. 3.2 und Bräth/Eickmann/Galas, Niedersächsisches Schulgesetz Kommentar, 8. Auflage 2014, § 43 Rz. 3).

Da die Schulleiterinnen und Schulleiter einen ordnungsgemäßen Schulbetrieb sicherzustellen haben, können sie bei ihren Besuchen auch Schwerpunkte setzen. Unterrichtsbesuche können unangemeldet erfolgen, dies sollte aber auf Ausnahmefälle beschränkt werden. Subjektive Rechte der zu besuchenden Lehrkraft werden durch einen Unterrichtsbesuch nicht berührt. Insbesondere wird dadurch nicht die eigene pädagogische Freiheit betroffen, da der Unterrichtsbesuch die der Lehrkraft weiterhin obliegende inhaltliche Gestaltung des Unterrichts unberührt lässt. Da es sich nicht um Verwaltungsakte handelt, ist ein hiergegen gerichteter Widerspruch oder eine Klage nicht zulässig. Allerdings können sich Betroffene beschweren, § 104 NBG (vgl. wie vor).

Es besteht dementsprechend eine sehr weitgehende Befugnis der Schulleitung in Bezug auf Unterrichtsbesuche.