Erkrankung Angestellte

Der Arbeitsvertrag ist ein privatrechtlicher gegenseitiger Vertrag, durch den sich Arbeitnehmer/-innen zur Leistung von Arbeit unter Leitung und nach Weisung des Arbeitgebers und der Arbeitgeber zur Zahlung der vereinbarten Vergütung verpflichtet (sog. Hauptleistungspflichten). Die Hauptleistungspflichten stehen im Synallagma, das jedoch zum Schutz der/des Arbeitnehmers/-nehmerin einige Durchbrechungen erfährt, so z.B. durch die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Soweit Krankheit zur Arbeitsunfähigkeit führt, hat die/der Arbeitnehmer/-in Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen. Arbeitsrechtlich gilt, dass ein/e erkrankte/r Arbeitnehmer/in ihre/seine Arbeitsunfähigkeit nachweisen muss. Hierzu dient die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Die ordnungsgemäß ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist laut Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts der gesetzlich ausdrücklich vorgesehene Beweis für das Vorliegen krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit. Legt der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin trotz wiederholter Aufforderung überhaupt keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor, kann dies sogar eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen.

Der Beweiswert einer Arbeitunfähigkeitsbescheinigung – und somit der Beweis für das Vorliegen tatsächlicher Arbeitsunfähigkeit – kann jedoch nach ständiger Rechtsprechung durch bestimmte Fallgestaltungen erschüttert werden, z.B. durch strapaziöse sportliche Betätigungen während der Krankheit, durch mit einer Arbeitsunfähigkeit unvereinbare Freizeitaktivitäten oder Arbeit außerhalb der Arbeitsstelle, z.B. in der eigenen Nebenerwerbslandwirtschaft oder beim Bau des eigenen Hauses.

Siehe auch KrankschreibungErkrankung Angestellte