Kindergeld

Grundsätzlich besteht für alle Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf Kindergeld (§§ 31 f und 62 ff. Einkommensteuergesetz - EStG).

Unter bestimmten Voraussetzungen kann Kindergeld auch bis zum 25. Lebensjahr weiter gezahlt werden.

Kinder in der Berufsausbildung:

Für ein über 18 Jahre altes Kind kann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld weiter gezahlt werden, solange es für einen Beruf ausgebildet wird. Darunter ist die Ausbildung für einen künftigen Beruf zu verstehen. Es werden alle Ausbildungsmaßnahmen anerkannt, durch die das Kind die Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen erwerben kann, die als Grundlagen für die Ausübung seines angestrebten Berufs geeignet sind. Zur Ausbildung für einen Beruf gehören z. B. der Besuch allgemeinbildender Schulen, die betriebliche Ausbildung, eine weiterführende Ausbildung sowie die Ausbildung für einen weiteren Beruf.

Kind ohne Ausbildungsplatz:

Kindergeld kann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden, wenn ein Kind eine Berufsausbildung (im Inland oder Ausland) aufnehmen will, diese aber mangels Ausbildungsplatz nicht beginnen bzw. fortsetzen kann. Die Berücksichtigung als Kind ohne Ausbildungsplatz setzt ernsthafte Bemühungen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz voraus.

Übergangszeit:

Kindergeld kann bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres des Kindes auch für eine Übergangszeit von bis zu vier Monaten z. B. zwischen Schulabschluss und Beginn der Berufsausbildung gewährt werden.

Freiwilligendienste:

Anspruch auf Kindergeld besteht während der Ableistung eines berücksichtigungsfähigen Freiwilligendienstes, wie z.B. während der Ableistung eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes, dem Bundesfreiwilligendienst oder internationalen Jugendfreiwilligendienst.

Infolge der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht wurde der freiwillige Wehrdienst eingeführt. Dieser begründet keinen Berücksichtigungstatbestand.

Wegfall des Kindergeldanspruchs nach Erstausbildung und anspruchsschädlicher Erwerbstätigkeit:

In den genannten Fällen wird ein Kind nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums nur berücksichtigt, wenn es keiner anspruchsschädlichen Erwerbstätigkeit nachgeht. Dies gilt auch dann, wenn die erstmalige Berufsausbildung bereits vor Vollendung des 18. Lebensjahres abgeschlossen worden ist.

Eine Erwerbstätigkeit wird in der Regel dann als anspruchsschädlich betrachtet, wenn die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit insgesamt mehr als 20 Stunden beträgt.

Unschädlich ist eine Erwerbstätigkeit,

die im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses ausgeübt wird, wobei die Ausbildungsmaßnahme Gegenstand des Dienstverhältnisses sein muss,

die geringfügig ist im Sinne der §§ 8 und 8a Viertes Buch Sozialgesetzbuch,

wenn die regelmäßige oder durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit insgesamt nicht mehr als 20 Stunden beträgt.

Kind ohne Arbeitsplatz:

Unabhängig hiervon wird Kindergeld auch für ein über 18 Jahre altes Kind bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gezahlt, wenn es nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht und bei einer Agentur für Arbeit im Inland, einem anderen für Arbeitslosengeld II zuständigen Leistungsträger oder einer staatlichen Arbeitsvermittlung in einem anderen EU- bzw. EWR-Staat oder der Schweiz als Arbeitsuchender gemeldet ist.

Kind mit Behinderung:

Für ein Kind mit Behinderung kann Kindergeld über das 25. Lebensjahr hinaus bezogen werden, wenn das Kind wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten.

Die Kindergeldberechtigung ist für Beamtinnen/Beamten Voraussetzung dafür, dass der Kinderanteil im Familienzuschlag gezahlt wird und eine Beihilfeberechtigung für die Kinder besteht.

Siehe auch Familienzuschlag