Wissenschaft

Weißenhäuser Eckpunkte zu Studium und Lehre

5. GEW-Wissenschaftskonferenz

"Gut - besser - exzellent? Qualität von Forschung, Lehre und Studium entwickeln", lautete das Motto der 5. GEW-Wissenschaftskonferenz am Weißenhäuser Strand (Schleswig-Holstein), die von über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht wurde. Als Ergebnis der Konferenz hat die Bildungsgewerkschaft GEW zehn "Weißenhäuser Eckpunkte" für eine Qualitätsoffensive in Forschung, Lehre und Studium vorgelegt. Nicht nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 5. GEW-Wissenschaftskonferenz, sondern alle Interessierten, die nicht vor Ort dabei sein konnten, sind jetzt herzlich zur Online-Diskussion über die Eckpunkte eingeladen!

 

Zur Online-Diskussion eingeladen

Die zehn "Weißenhäuser Eckpunkte" für eine Qualitätsoffensive können ab sofort unter www.gew.de/Weissenhaeuser_Eckpunkte.html im Internet gelesen und online kommentiert werden. Wir freuen uns sehr auf Ihre Diskussionsbeiträge bis zum 15. Oktober 2011. Danach werden wir alle Kommentare auswerten, die "Weißenhäuser Eckpunkte" überarbeiten und dem
Hauptvorstand der GEW zur Beschlussfassung - voraussichtlich am 18. November - vorlegen. Für Ihre konstruktive Mitarbeit bedanken wir uns schon jetzt sehr herzlich!

Qualität von Forschung, Lehre und Studium

Die Qualität von Forschung, Lehre und Studium hat einen immer größeren Stellenwert in der Wissenschaftspolitik bekommen. Der Bologna-Prozess hat die Sicherung und Entwicklung der Qualität von Lehre und Studium in den Mittelpunkt gerückt, in der Forschung hat die Qualitätsdebatte mit der Exzellenzinitiative eine neue Dimension erfahren. Die Diskussion über eine Reform des Akkreditierungswesens haben vor dem Hintergrund der anstehenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts eine besondere Aktualität erlangt. Für den Herbst hat der Wissenschaftsrat Empfehlungen zur Reform des Akkreditierungssystems angekündigt. Mit den "Weißenhäuser Eckpunkten" möchte die GEW - im Interesse einer bestmöglichen Qualität von Forschung und Lehre und Studium, aber auch im Interesse unserer in Forschung, Lehre und Studium tätigen Kolleginnen und Kollegen - Einfluss auf diese wichtigen wissenschaftspolitischen Debatten nehmen.

Die zur 5. GEW-Wissenschaftkonferenz vorgelegten Materialien und geleisteten Beiträge können im Internet unter www.gew.de/GEW-Wissenschaftskonferenz.html nachgelesen werden (wird fortlaufend aktualisiert). Dort ist auch die Expertise "Qualitätssicherung von Studium und Lehre in der hochschulpolitischen Auseinandersetzung" zu finden, die Ulf Banscherus im Auftrag der Max Traeger-Stiftung erarbeitet und am Weißenhäuser Strand vorgestellt hat. Die Diskussion um die Qualitätssicherung an den Hochschulen habe sich immer mehr von ihrer ursprünglichen Zielsetzung - der Verbesserung der Studienbedingungen sowie der Sicherung der Vergleichbarkeit der Studiengänge und der Mobilität der Studierenden - entfernt, lautete eine der zentralen Thesen des Berliner Politikwissenschaftlers und Hochschulforschers, die auf der Konferenz lebhaft diskutiert wurde sorgten. Außerdem sorgte der Schleswig-Holsteinische Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU), designierter Spitzenkandidat und Landesvorsitzender seiner Partei, mit seiner Forderung nach einer Neuordnung des deutschen Bildungsföderalismus für Aufsehen. Siehe dazu den Bericht vom 1. September direkt vom Weißenhäuser Strand in: www.gew.de/5._GEW-Wissenschaftskonferenz_eroeffnet_Debatte_ueber_Refo
rm_des_Bildungsfoederalismus_ausgeloest.html.

Vom "Templiner Manifest" zu den "Weißenhäuser Eckpunkten"?

"Gute Lehre und Forschung auf der einen Seite sowie gute Arbeitsbedingungen und berufliche Perspektiven auf der anderen sind zwei Seiten einer Medaille" - diesen Satz aus der Präambel des "Templiner Manifests" (www.templiner-manifest.de), dem Ergebnis der 4. GEW-Wissenschaftskonferenz 2010 in Templin, haben wir in Ziffer acht der "Weißenhäuser Eckpunkte ("Gute Arbeit - gute Wissenschaft") übertragen. Ganz bewusst gehen wir mit den "Weißenhäuser Eckpunkten" von einem breiten Qualitätsverständnis aus, das auch die Qualität der Beschäftigungsbedingungen und Karrierewege, Gender Equality und Diversity, eine bessere Absicherung der Promotion oder gesellschaftliche Verantwortung als Voraussetzungen für gute Wissenschaft einbezieht.

Die Exzellenzinitiative möchten wir ab 2017 in ein "Programm zur Stabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen in der Wissenschaft" überführen. Insofern lösen die Weißenhäuser Eckpunkte das "Templiner Manifest" nicht etwa ab (wir sammeln weiter Unterschriften, setzen unsere "Tournee" durch die Bundesländer und entfalten politischen Druck gegenüber Bund, Ländern und Hochschulen), sondern schreiben unsere Initiative für eine Reform von Hochschulen und Forschungseinrichtungen fort und vertiefen sie.

Die Qualität der Wissenschaft lässt sich nur als Ergebnis eines Aushandlungsprozesses bestimmen, in den unterschiedliche Perspektiven der am Wissenschaftsprozess beteiligten und von dessen Ergebnissen betroffenen Gruppen eingehen müssen", heißt es in Ziffer 3 der "Weißenhäuser Eckpunkte". In diesem Sinne wünschen wir uns bereits bei der Erarbeitung der Positionen der GEW zur Qualitätsdebatte ein breite Beteiligung von Lehrenden, Forschenden, Studierenden, Kolleginnen und Kollegen in Technik, Verwaltung und Management, beruflicher und gesellschaftlicher Praxis - wir freuen uns auf ihre Beiträge!