Arbeitsbedingungen der Grundschullehrkräfte verbessern

2015-10-13
Arbeitsbedingungen der Grundschullehrkräfte verbessern
Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz
Wandlungen und Erneuerungen in unserer Gesellschaft bewirken und erfordern Veränderungen und Anpassungen der Bildung und Erziehung, des Schulsystems und des Professionsverständnisses der Lehrkräfte.
Gerade Grundschullehrerinnen sind in Reform- und Aufbruch-Phasen Hoffnungsträgerinnen für diese gesellschaftlichen Prozesse.
In den letzten Jahren wurden ihnen, auch resultierend aus soziokulturellen Problemlagen, immer wieder neue Aufgaben zugewiesen.
Der umfassende Erziehungs- und Bildungsauftrag der GS hat sich daher in den letzten Jahren erheblich erweitert. Diese ist bis heute das Musterkind der Bildungsreform und ist als inklusive Ganztagsschule eine Schule der Vielfalt im umfassenden Sinn: Vielfalt wird mit Vielfalt begegnet. Nationale und internationale Studien haben belegt, dass die Grundschule eine erfolgreiche und geschätzte Schulform ist.
Sie ist die einzig ungegliederte Schulstufe des Bildungssystems. Deshalb gilt gerade dort Einheit versus Divergenz.
Zu den zentralen Zielen der GS gehört einerseits, jedes Kind bestmöglich zu fördern und damit einen Beitrag zur Chancengleichheit zu leisten und andererseits das gemeinsame und soziale Lernen so zu gestalten, dass die in der Grundschulklasse existierende Heterogenität auch produktiv genutzt wird im Hinblick auf einen bestmöglichen Bildungsweg für alle.
Der erweiterte Auftrag führt zu einem erweiterten Professionsverständnis der Grundschullehrkräfte in allen Bereichen:
• Unterricht: Bilden und Erziehen, individuelle Zugänge ermöglichen, dabei Gemeinschaft för¬dern
• Inklusion: Gestaltung einer Schule für alle Kinder
• Diagnostik: Paradigmenwechsel – davon ausgehen was ein Kind kann
• Beratung: Koordinierung der multiprofessionellen Teams, steuernde Begleitung der Förderarbeit, Koordination und Dokumentation der Klas¬senteams, erweiterte Elternarbeit
• Qualitätsentwicklung: Systematische konzeptionelle Schulentwicklung
• Kooperation: Inner- und außerschulische Netzarbeit, Jahrgangs- und Fachteams
• Anleitung: PraktikantInnen, StudentInnen, AnwärterInnen, Pädagogische MitarbeiterInnen, Schulbegleitungen
• Administration und Dokumentation: Individuelle Lernentwicklungspläne, Förderplan
Auf Grund dieser stetig anwachsenden Arbeits¬aufgaben der Grundschullehrkräfte, die in keinem Verhältnis zu ihren Arbeitsbedingungen stehen, verpflichtet sich die GEW als Organisation im Rahmen ihres politischen Handelns folgende Forderungen der Grundschullehrkräfte als oberste Priorität zu behandeln:
• Sofortiger Eintritt für die schrittweise Senkung der Regelstundenzahl
Die Unterrichtsverpflichtung von 28 Std. ist diskriminierend, entwürdigend und gesund-heitsschädigend.
• Anhebung der Besoldung von A12 nach A13 und entsprechend für die Tarifbeschäftigten
Durch die Erweiterung des 4-semestrigen Masterstudiengangs ist der künstliche Abstandshalter zu den anderen Lehrämtern nicht mehr gegeben.