Bildung & Politik

Großer Erfolg für die GEW – Abschaffung von G8 und der Deformationen der Reformierten Oberstufe

„Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen ist es ein großer Erfolg, dass die rot-grüne Koalition das Turbo-Gymnasium und Deformationen der Reformierten Oberstufe beseitigt, die die schwarz-gelbe Regierung eingeführt hatte", erklärt der Landesvorsitzende Eberhard Brandt anlässlich der abschließenden Beratung des Forums Gymnasium am 19. März 2014. Die GEW hatte sich von Anfang an gegen die Einführung von G8 an Gymnasien und Gesamtschulen durch die schwarz-gelbe Landesregierung gewandt. Gymnasialorganisationen, die sich seit einigen Wochen ebenfalls gegen G8 aussprechen, waren damals eifrige Verfechter des Turbo-Abiturs.

Die Umwandlung zu G9 und die Reform der gymnasialen Oberstufe soll sicherstellen, dass die SchülerIn¬nen in jedem Schuljahrgang in der Regel nicht mehr als 30 Wochenstunden Unterricht in der Stundentafel haben. Auf diesem Wege wird es erreicht, dass auch Gymnasien die Möglichkeiten des Ganztages mit einem bereichernden Angebot nutzen können. „Jetzt kommt es aber darauf an, nicht einfach zu G9 zurückzukehren, sondern durch die Flexibilisierung der Verweildauer in der gymnasialen Oberstufe, durch das Überspringen des 11. Jahrgangs, ein Lernen im eigenen Takt zu ermöglichen", folgert die GEW aus dem Abschlussbericht. Außerdem soll der vergrößerte Zeitrahmen genutzt werden, um ein vertieftes und selbständigeres Lernen zu ermöglichen und Aktivitäten im musischen und sportlichen Bereich sowie den Interessen in Informatik, Technik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen wieder mehr Raum zu geben. Der GEW-Landesvorsitzende erwartet, dass die Gymnasien in Zukunft die Möglichkeit nutzen, auch die SchülerInnen zu fördern und in dieser Schulform zu halten, denen es nicht so leicht fällt, die Anforderungen dieser Schulform zu erfüllen.

Mehr Qualität in der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien, Gesamtschulen und beruflichen Gymnasien
Auch in der gymnasialen Oberstufe geht es darum, die Qualität des Lernens zu verbessern, die Selbstständigkeit der SchülerInnen zu erhöhen und der Wissenschaftspropädeutik mehr Bedeutung zu geben. Dazu hat nach Auffassung der GEW die Expertengruppe wichtige Hinweise gegeben. So soll es in Zukunft wieder fünfstündige Leistungskurse und mindestens dreistündige Grundkurse geben. Die GEW tritt dafür ein, dass das zweistündige Seminarfach in der Qualifikationsphase durchgängig erteilt wird. Die nach süddeutschem Modell eingeführten Profile sollen abgeschafft und die individuelle Profilbildung durch mehr Wahlfreiheit befördert werden. So wird auch die Voraussetzung dafür geschaffen, dass sich die AbiturientInnen auf vier statt fünf Prüfungsfächer konzentrieren können, um noch eine gewisse Freiheit bei der Wahl der Abi-Fächer zu gewährleisten. Dies ist auch der Weg, um in der Qualifikationsphase die Wochenstundenzahl auf 30 zu beschränken.

„Es war ein Irrweg, durch quantitative Anforderungen, also durch möglichst viele engschrittige Kurse, durch möglichst viele Klausuren und die Festlegung von fünf Abiturprüfungen Qualität generieren zu wollen." Qualität müsse wieder inhaltlich bestimmt werden. „Das ist für SchülerInnen und Lehrkräfte sinnstiftender, aber keinesfalls leichter oder mit weniger Arbeit verbunden", so Henner Sauerland, Gymnasialexperte der GEW Niedersachsen.

Mit dieser Reform gibt es wieder ein einheitliches Modell der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen. An beiden Schulformen gibt es die Möglichkeit, das Abitur in 13 oder 12 Jahren abzulegen.

 

Downloads:

Dialogforum „Gymnasium gemeinsam stärken": Zusammenfassung der Ergebnisse. Vorschläge der GEW (PDF)
Stundenverspflichtungen 4 Prüfungsfächer (PDF)
Stundenverspflichtungen 5 Prüfungsfächer (PDF)