Weiterentwicklung der Sek II

2015-10-13
Weiterentwicklung der Sek II
Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft begrüßt die in den §§ 5 und 11 NSchG formulierte Umstellung des Abiturs nach acht Jahren hin zu einem Abitur nach neun Jahren am Gymnasium und an der nach Schulzweigen gegliederten kooperativen Gesamtschule.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht in den durch die Änderungen des Niedersächsischen Schulgesetzes und der untergesetzlichen Regelungen auf den Weg gebrachten Reformen aber nur einen ersten Schritt zu einer weitergehenden Reform des gymnasialen Bildungsganges und der Sekundarstufe II.

1. Verpflichtende Schwerpunkte in der Qualifikationsphase
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lehnt die in § 11 Absatz 3 Sätze 3 und 4 NSchG und § 10 VOGO festgelegte Verpflichtung der Schulen ab, in der Qualifikationsphase Schwerpunkte anbieten zu müssen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert, dass in diesem Punkt die vor dem Änderungsgesetz zum Niedersächsischen Schulgesetz vom 02.07.2003 geltenden Regelungen mit den entsprechenden Festlegungen in der Oberstufen- und der Abiturprüfungsverordnung wieder eingeführt werden.

Für die Prüfungsfächer galt:
• Es müssen alle Aufgabenfelder erfasst sein.
• Zwei der Fächer Deutsch, Fremdsprache oder Mathematik müssen vertreten sein.
• Mindestens zwei Fächer werden auf erhöhtem Niveau (Leistungskurse) unterrichtet.
Diese Regelungen entsprechen den Vorschriften der Kultusministerkonferenz.
Den einzelnen Schulen bliebe es weiterhin möglich, nach eigener Entscheidung Profile anzubieten.


2. Weiterentwicklung der Sek II
Ziel der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist es, ein „Abitur im eigenen Takt“ möglich zu machen. Sie fordert die Landesregierung auf, das NSchG und die entsprechenden Verordnungen in diesem Sinne zu ändern:

Die Einführungsphase ist offener zu strukturieren (weniger Fächer, längere Projektphasen usw.) und die gesamte Qualifikationsphase so zu modularisieren, dass Schülerinnen und Schüler nach kompetenter Beratung individuell entscheiden können, ob sie ihre Abiturprüfung nach zwei, drei oder vier Jahren absolvieren wollen.

Darüber hinaus fordert sie die Landesregierung auf, im Rahmen der Kultusministerkonferenz darauf hinzuwirken, dass Regelungen eingeführt werden, die ein „Abitur im eigenen Takt" möglich machen. Die KMK müsste z. B. eine Modularisierung des Oberstufenunterrichts und eine Abiturprüfung in Etappen zulassen (z. B. Prüfungen der naturwissenschaftliche Fächer nach zwölf Prüfung der sprachlichen Fächer nach 13 Jahren).
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert das MK auf, für interessierte Schulen Schulversuche zuzulassen, um eine modularisierte Sek II auszuprobieren.