Kritische Medienbildung in der Schule

2017-09-26
Kritische Medienbildung in der Schule
Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz
Die GEW Niedersachsen fordert die Niedersächsische Landesregierung auf, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass es Schulen und Lehrkräften ermöglicht wird, gestützt durch Fortbildungsangebote und curriculare Rahmenbedingungen eine umfassende kritische Medienbildung im Unterricht sowie in außerunterrichtlichen Angeboten umsetzen zu können.
In diesem Rahmen müssen folgende Bereiche aufgenommen werden:

- Die Lehrer*innen vermitteln bereits Grundschüler*innen ein Verständnis für die Möglichkeiten, aber auch die Herausforderungen und Gefahren der Nutzung von Medien.
- In der Sekundarstufe I arbeiten die Lehrer*innen mit Schüler*innen an einem IT-Verständnis, das diese in die Lage versetzt,
o in Grundzügen zu verstehen, wie das Internet als Verbund internationaler Rechennetzwerke funktioniert,
o verantwortlich und selbstbestimmt mit den zahlreichen digitalen Kommunikations- und Publikationsmöglichkeiten umzugehen,
o nicht allein Verboten folgen zu müssen, sondern sich selbst aktiv schützen zu können,
o Geschäftsmodelle von Unternehmen im Rahmen von „Big Data“ zu analysieren und deren ökonomische Interessen zu erkennen und zu bewerten,
o Auswirkungen von Big Data auf die Arbeitswelt und die Arbeitsbedingungen zu erkennen,
o die Folgen der Digitalisierung für die politische Öffentlichkeit nachzuvollziehen sowie
o die Herausforderungen der Demokratie durch die Veränderung der Kommunikation zu erfassen und zu bewerten.
- In der Sekundarstufe I und II unterstützen die Lehrer*innen die Schüler*innen systematisch darin, sich in den Datenfluten sinnvoll und selbstbestimmt zu bewegen, die Herkunft und die Qualität von Internetseiten zu analysieren und zu beurteilen, Fake-News zu erkennen sowie selbstständig und im Bewusstsein der Folgen in der digitalen Welt zu agieren.