Arbeitszeit der Lehrkräfte senken

2017-09-26
Arbeitszeit der Lehrkräfte senken
Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz
Arbeitszeit der Lehrkräfte senken
- Elemente einer neuen Arbeitszeitverordnung Schule
- Angriffe auf die Professionalität abwehren
Die GEW Niedersachsen konzentriert ihre Aktivitäten zur grund¬legenden Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf die Einfüh¬rung einer neuen Arbeitszeitverordnung Schule, die den Anforderungen des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg nach¬kommt.
In einem ersten Schritt müssen die in der Arbeitszeit- Belastungsstudie festgestellten eklatanten Defizite behoben werden, damit alle Beschäftigten auch ohne Entgrenzung ihrer Arbeitszeit ihr hohes Professionsverständnis angemessen umsetzen und die vielfältigen gesellschaftlich relevanten Aufgaben solide erfüllen können. Schnelle und deutliche Verbesserungen können auch dazu beitragen, dass sich junge Menschen wieder verstärkt für Arbeit in Schule gewinnen lassen.
Die GEW wendet sich gegen alle Versuche, das umfassende Professionalitätsverständnis, das die KMK beschlossen und mit GEW und VBE vereinbart hat, auf die Erteilung des Unterrichts als „Kernaufgabe“ zu reduzieren. Insbesondere tritt die GEW gegen die Pläne des CDU-Spitzenkandidaten Althusmann auf, der ausdrücklich Anrechnungsstunden und die Arbeit in den Feldern Inklusion, Ganztag und Sprachförderung reduzieren will.
Die GEW Niedersachsen fordert die Landesregierung auf, zum 1.8.2018 eine neue Arbeitszeitverordnung Schule einzuführen, die die Arbeitszeit und Arbeitsbelastung der Lehrkräfte senkt.
Die GEW setzt sich für folgende Veränderungen ein:
1. Absenkung der Unterrichtsverpflichtung für alle Schulformen und Schulstufen
2. Einführung bzw. Erhöhung von Anrechnungsstunden für besondere unterrichtliche Belastungen, die den Schulen zugewiesen werden und in der Schule unter Mitwirkung und Kontrolle der Gesamtkonferenz und des Schulpersonalrats verteilt werden
3. Erhöhung der Anrechnungsstunden für die Wahrnehmung besonderer schulischer Aufgaben
4. Einführung von Ermäßigungsstunden für Teilzeit-Lehrkräfte zum Ausgleich der vollen Wahrnehmung der nicht teilbaren Aufgaben
5. Schnelle Wiedereinführung der Altersermäßigung
6. Berücksichtigung von Teamzeiten für die multiprofessionelle Arbeit.
Die Daten liegen mit der Veröffentlichung der Arbeitszeitstudie und der Arbeitsbelastungsstudie der Universität Göttingen vor.
Die GEW verurteilt die Absichtserklärung des CDU-Spitzenkandidaten Althusmann, die vorliegenden Studien und die seit Monaten arbeitende Arbeitskommission ignorieren zu wollen.
Die GEW erwartet, dass die „Arbeitszeitkommission“, das von der Kultusministerin eingesetzte Expertengremium, einen Vorschlag zu einer neuen Arbeitszeitverordnung vorlegt, der die notwendige Arbeitszeitentlastung vorsieht.
Die GEW mobilisiert mit der Kampagne „Den Daten müssen Taten folgen!“ in den Kollegien, trägt ihre Forderungen in die Öffentlichkeit und den Wahlkampf und verstärkt ihre gewerkschaftliche Handlungs- und Aktionsfähigkeit.
Lehrerinnen und Lehrer müssen entlastet werden – in erster Linie durch die Absenkung der von ihren zu leistenden Unterrichtsstunden. Die Arbeit muss auf mehr Köpfe verteilt werden. Den Daten müssen Taten folgen.
Im Wahlkampf muss klar werden:
Wer den Lehrerinnen und Lehrern die notwendige Entlastung verweigert, wird politisch scheitern und trägt die Verantwortung für einen anhaltenden chronischen Nachwuchsmangel.