Auswirkungen des doppelten Abiturjahrgangs an den Hochschulen

2011-06-23
Auswirkungen des doppelten Abiturjahrgangs an den Hochschulen
Beschluss des Landesvorstands
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen sieht mit Sorge den Start zum Studienbeginn in diesem Wintersemester 2011/2012. Die niedersächsische Landesregierung hat Hochschulen und Studentenwerke nicht frühzeitig und vor allem finanziell ausreichend auf die zusätzlichen StudienanfängerInnen aufgrund des doppelten Abiturjahrganges in Niedersachsen sowie der Aussetzung der Wehrpflicht vorbereitet.

Seit Längerem ist bekannt, dass Niedersachsen zum Schuljahr 2011 die Schulzeit bis zum Abitur auf zwölf Jahre verkürzt und daher zwei Jährgänge mit der Abiturprüfung abschließen und mit entsprechend mehr StudienanfängerInnen an den niedersächsischen Hochschulen zu rechnen ist. So geht die niedersächsische Landesregierung davon aus, dass im Jahr 2011 rund 70.000 niedersächsische SchülerInnen und damit 50 Prozent mehr als in den Vorjahren die Hochschul- oder Fachhochschulreife erlangen.

Da nicht alle Studienberechtigten sofort ein Studium aufnehmen, geht das Wissenschafts-ministerium in seinen Planungen mit den Hochschulen davon aus, dass für die Jahre 2011 bis 2015 rund 35.000 zusätzliche StudienanfängerInnenplätze bereitgestellt werden.

Es ist zwar erfreulich, dass das Land für diese zusätzlichen Studienmöglichkeiten finanzielle Mittel von rund 675 Mio. Euro bereitstellt, aber aus Sicht der GEW reicht dies nicht aus. So fehlt es neben dem qualitativen Ausbau von Studium und Lehre durch dauerhafte Beschäfti-gungsverhältnisse – vor allem im wissenschaftlichen Mittelbau und im Bereich des Nach-wuchses - auch am Ausbau der sozialen Infrastruktur (hochschulnahe und preisgünstige Wohnmöglichkeiten, ebenso hochschulnahe Verpflegungsangebote, mehr Beratungskapazi¬täten bei der BAföG- und Studienfinanzierung etc.).

Die GEW Niedersachsen fordert die Verantwortlichen im Land auf, weitere finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Allein die Semesterwochenstunden der Lehrenden von acht auf neun zu erhöhen sowie zusätzliche Räume anzumieten, sind aus Sicht der GEW unzureichende Maßnahmen. Für die Qualität von Studium und Lehre muss mehr getan werden.