Warnstreiks an Schulen in Niedersachsen am 1. Februar wahrscheinlich

Tarif- und Besoldungsrunde 2017 bei den Ländern

In der Tarifrunde für die Länder bereitet sich die GEW auf Warnstreiks vor. Die Arbeitgeber legten in der 1. Verhandlungsrunde am 18.1.2017 kein Angebot vor.

Sollte in der 2. Verhandlungsrunde am 30./31. Januar keine Einigung erzielt werden, so würden die Beschäftigten an den Schulen mit Aktionen und Warnstreiks deutlich auf ihre Forderungen hinweisen, sagte Rüdiger Heitefaut, GEW-Sekretär für Tarifpolitik. „Die GEW wird dann am 1. Februar mit Warnstreiks an ausgewählten Schulen in Niedersachsen eine passende Antwort geben", so Heitefaut weiter. An den Schulen können sich sozialpädagogische Fachkräfte, Schulsozialarbeiter*innen und tarifbeschäftigte Lehrkräfte an Arbeitsniederlegungen beteiligen.

Hintergrund:
Die Gewerkschaften GEW, ver.di und GdP fordern für die Tarif- und Besoldungsrunde bei den Ländern 2017:

  • Erhöhung der Entgelte im Gesamtvolumen von 6,0% mit einer sozialen Komponente in Form eines Sockel- oder Mindestbetrages und die Ein¬führung einer weiteren linearen Erhöhung in den Entgeltgruppen 9 bis 15 sowie strukturelle Verbesserungen in der Eingruppierung. Die Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst soll an die bei den Kommunen (TVöD) angeglichen werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.
  • Erhöhung der Auszubildenden- und Praktikantenentgelte um 90€
  • Ausschluss sachgrundloser Befristungen

Das Tarifergebnis soll zeit- und wirkungsgleich auf die Beamt*innen übertragen werden. Die Gewerkschaften verhandeln bundesweit für insgesamt 800.000 Tarifbeschäftigte der Länder (außer Hessen) und rund 2, 1 Mio. Beamt*innen und Versorgungsempfänger*innen.

Tarifbeschäftigte an Schulen in Niedersachsen: ca. 18.000
Beamte im Schuldienst ca. 78.000

Ansprechpartner bei der GEW: Rüdiger Heitefaut 0179/2922394

Ein Zurück in der Inklusion kann und darf es nicht geben

Schema Integration

Es geht vielmehr darum, wie sie künftig ausgestaltet wird: 1.000 pädagogische Fachkräfte sofort einstellen

In der Anhörung zur Inklusion im Kultusausschuss des Niedersächsischen Landtags am 20.1.2017 erklärte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft: „Ein Zurück in der Inklusion kann und darf es nicht geben. Deshalb lehnen wir die Anträge der CDU- und FDP-Fraktionen ab." Wenn die Förderschulen Lernen wieder ab Jahrgang 1 eingeführt würden, stünden für beide Systeme, Förderschulen und inklusive Schulen, noch weniger Lehrkräfte zur Verfügung als beim weiteren Aufwachsen der Inklusion und dem geplanten Auslaufen der Förderschulen Lernen.

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Schulinspektion und VERA

Aus für Output-Steuerung, Kennzahlen und Zielvereinbarungen

Die alte Schulinspektion wird es künftig nicht mehr geben. Die Vergleichsarbeiten (VERA) in den Schuljahrgängen 3 und 8 sollen bei reduziertem Arbeitsaufwand stark vereinfacht werden.
Diese ersten Ergebnisse des Dialogs des Kultusministeriums mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und anderen Organisationen der Lehrer*innen zur Auswertung der Online-Befragung stellte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am Freitag, den 25.11.2016 beim „Forum Eigenverantwortliche Schule" in Hannover vor.

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Hoch motiviert trotz schlechter Arbeitsbedingungen

GEW stellt Studie zur Belastung von Lehrkräften vor

Niedersächsische Lehrer*innen sind höher motiviert und identifizieren sich mehr als andere Berufsgrup¬pen mit ihrer Arbeit, obwohl sie ihre Arbeitsbedingungen, vor allem die Arbeitsintensität und Arbeitszeit, schlechter beurteilen. Dies wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, ist aber der zentrale Befund der wissenschaftlichen Studie zur Belastung von Lehrkräften, die eine Gruppe von Wissenschaftlern der Georg-August-Universität Göttingen unter Leitung von Dr. Frank Mußmann am 24.10.2016 bei einer Pressekonferenz der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen in Hannover vorgestellt hat.

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Lehrkräfte erwarten Entlastung

lehrerstellen

GEW zur Einsetzung der Arbeitszeitkommission

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Eberhard Brandt beglückwünscht Reinhard Höptner und Helga Akkermann zu ihrer Bestellung als Vorsitzende der Arbeitszeitkommission, die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt heute (Freitag, den 7. Oktober 2016) vorgestellt hat. „Es ist gut, dass Menschen mit dieser Berufs- und Lebenserfahrung die Aufgabe übernehmen; Menschen, die bekannt dafür sind, dass sie ihren eigenen Kopf haben."

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Gute Reform der gymnasialen Oberstufe

Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung auf der Tagesordnung
Die gymnasialen Oberstufen an Gymnasien und Gesamtschulen erhalten endlich bessere pädagogische Regelungen, die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft seit mehr als einem Jahrzehnt gefordert hat, erklärt der Landesvorsitzende Eberhard Brandt. Damit würden die von der GEW kritisierten Verschlechterungen durch die Schwarz-Gelbe Landesregierung korrigiert und zugleich sinnvolle Erneuerungen eingeführt. Das Kultusministerium sei bei der Erarbeitung der neuen Regelungen diskursiv und partizipativ verfahren.

Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte gewinnen durch die Einführung von G9 und durch die Anhebung der Wochenstunden pro Kurs mehr Zeit für gründliches und vertieftes Lernen. Kurse auf erhöhtem Niveau erhalten fünf statt vier Wochenstunden, Kurse auf grundlegendem Niveau drei statt zwei Stunden.

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GEW Niedersachsen zum Niqab-Streit

Unterstützung für Abendgymnasium Osnabrück

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Eberhard Brandt unterstützt die Entscheidung des Kollegiums des Sophie-Scholl-Abendgymnasiums in Osnabrück, dass das Tragen eines Niqab mit der Teilnahme am Unterricht unvereinbar ist. „Pädagogische Kommunikation und Interaktion mit MitschülerInnen erfordern ein offenes Gesicht." Gerade dieses Abendgymnasium sei für seine religiöse und weltanschauliche Toleranz bekannt und ermögliche erwachsenen KollegiatInnen unterschiedlicher Herkunft den Zugang zum Abitur. Ein Kopftuch errege an dieser Schule keine Aufregung, sondern werde akzeptiert. In der Abwägung von Religionsfreiheit und staatlichem Bildungsauftrag müsse es beim Niqab-Verbot bleiben.

Eberhard Brandt distanziert sich von der persönlichen Auffassung, die gestern eine Bundesfunktionärin der GEW vorgetragen hat: „Diese entspricht nicht der Beschlusslage der GEW und ist mit dem Landesverband nicht abgesprochen."